Ratschläge für Musik & Oper

Irish Danz in der deutschen Provinz

Dance Masters

(c) Reset Production

Der Irish Dance ist nicht nur in seiner irischen Heimat beliebt und beinhaltet verschiedene Volkstänze, die allein, in Paaren oder in Gruppen getanzt werden können. Bei uns bekannter gemacht haben ihn in neuerer Zeit Tanzshows wie Riverdance oder Lord of the Dance. Angefangen hat dies vor gut 30 Jahren, als Irland mehrfach hintereinander den Eurovision Song Contest gewann und man 1994 für die kurze Pausenshow in Dublin den Tänzer Michael Flatley bat, ein kurzes Programm nach Musik von Bill Whelan zu choreographieren. Im TV und später als Soundtrack im Verkauf ein Hit, der zuerst in Irland 18 Wochen lang die Charts anführte. In späteren ausführlicheren Programmen erzählte die Show auch die Geschichte der traditionellen Tanzformen wie Set Dance, Céilí oder Sean-nós-Tanz, den traditionellen Stepptanz aus Connemara und Munster.

Zwar gibt es über die Jahrtausende eine Vielfalt von Tänzen, doch meist sind es „Rince fada“ oder „Fading“, bei dem zwei Reihen von Partnern sich gegenüberstehen, „The Irish Hey“, ein Rund- oder Figurentanz, und „The Trenchmores“, der als Country Dance in „Freiform“ beschrieben wird. Ab Mitte des 18. Jahrhunderts kamen die „Dance Masters“ auf, wandernde Tanzlehrer, die on Dorf zu Dorf reisten und den Bauern das Tanzen beibrachten. So kamen auch die Gruppentänze dazu, die nicht ganz den hohen Anspruch wie Solotänze hatten. Oft hob man Türen aus ihren Angeln, auf denen der Solist tanzen konnte. Spannend wurde es, wenn die „Dance Masters“ sich auf einem großen Markt trafen und es dort öffentliche Wettkämpfe gab. Meist war der „Dance Master“, der das größte Repertoire an Schritten kreierte der Gewinner. Erst mit der „Gaelic League“ erlebte dann ab 1893 die irische Kultur eine Wiedergeburt, nachdem es zuvor von den Briten über Jahrhunderte unterdrückt wurde. So kam es zu den sogenannten Céilís, eine Art Party, bei der sich Menschen für eine lustige Zeit mit Musizieren, Tanzen und Geschichtenerzählen trafen. Heute sind es informelle Tanzabende, bei dem sich Alt und Jung an Gruppentänzen erfreuen.

Heute gibt es diverse Gruppen, die den irischen Tanz verbreiten. Nach dem weltweiten Erfolg von Riverdance und Lord of the Dance ist der irische Tanz auf den internationalen Bühnen gefragt.

Doch da auf den genannten großen Shows teilweise mehr als 20 Tänzern synchron auf der Bühne steppen, sind sie in der Regel für kleinere Bühnen der örtlichen Theater und Stadthallen zu groß und eignen sich – auch wegen der meist elaborierten Showelemente – meist nur für große Halle, Theater und Stadien. Deshalb ist es ein Segen, dass die irische Tanzkunst derzeit mit der magischen Welt von „DANCE MASTERS!“ durch die deutsche Provinz reist und dabei mit traditionellem irischem Stepptanz und lebensfroher Musik eine berührende Geschichte erzählt, die Zuschauer in knapp zwei Stunden frisch, dynamisch und lebensfroh mitnimmt auf eine fesselnde Reise durch 200 Jahre irischer Kultur.

Es ist ein Mix aus traditioneller Kultur und modernem Entertainment, der seine Energie auf das Publikum überträgt. Bei den leidenschaftlichen Tänzen, die untermalt werden von mitreißender Musik nehmen die zwölf professionellen (nicht nur) irischen Stepptänzerinnen und Stepptänzer die Zuschauer mit auf eine Reise zu den Anfängen des Irish Dance und erzählen die Geschichte Irlands durch Tanz. Dabei wirbeln und „clicken“ die Tänzer im rasanten Tempo über die Bühne. Begleitet werden sie dabei von kraftvoller Musik, die das Publikum oft schon seit Jahren kennt und begeistert. Die Show gestaltet sich zu einer Symphonie aus Bewegung und Musik. Manches kommt den Zuhörern auch schon bekannt vor, weil es deutsche Musiker irgendwann einmal aufgegriffen haben. Zum Beispiel das irische Abstinenzler Lied The Wild Rover über den verlorenen Sohn, der nach vielen Jahren voll Whiskey und Bier nach Hause zurückkehrt, das von Klaus und Klaus vor gut 40 Jahren für ihren Hit An der Nordseeküste umgeschrieben wurde. So konnte Ciaran Sheridan, der die Tänzer zusammen mit den anderen irischen Musikern begleitete auch das weniger englischsprachige Publikum dazu gewinnen gemeinsam einzustimmen und den Abend vergnüglich ausklingen zu lassen. Wenn Sie die Chance haben, dass die zwölf Tänzer und drei Musiker in Ihrer Gegend auftreten, sollten sie sich die Chance nicht entgehen lassen.

Tickets und Termine der Veranstaltungen finden Sie über die Homepage von Reset-Production: www.resetproduction.de

(c) Nilgün Burgucu

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