Die schönsten Eckchen Deutschlands

Warum in die Ferne schweifen...

Technische Meisterwerke in Niedersachsen

Schiffshebewerk Scharnebeck von Norden

Schiffshebewerk Scharnebeck

(c) Michael Ritter

Eine Reise zu Ingenieurskunst und Innovation

Das Fahrgastschiff "Lüneburger Heide" auf der Elbe

(c) Michael Ritter

Niedersachsen präsentiert sich als wahre Schatzkammer technischer Innovationen, wo jahrhundertealte Ingenieurskunst auf moderne Spitzentechnologie trifft. Von monumentalen Schiffshebewerken über spektakuläre Schwebefähren bis hin zu rekordverdächtigen Industrieanlagen - das Bundesland bietet eine faszinierende Vielfalt technischer Meisterwerke, die Besucher aus aller Welt in ihren Bann ziehen.

Kapitän Jürgen Wilke auf der Brücke

(c) Michael Ritter

Auf Elbe und Elb-Seitenkanal unterwegs

Das Schiffshebewerk Scharnebeck bei Lüneburg gilt als eines der imposantesten Bauwerke der deutschen Wasserbaugeschichte. Mit einer Hubhöhe von 38 Metern überwindet dieses technische Monument den Höhenunterschied zwischen dem Elbe-Seitenkanal und der Elbe und ermöglicht es Schiffen bis zu 1.350 Tonnen Tragfähigkeit, diese beeindruckende Passage zu bewältigen.

Die Konstruktion, die zwischen 1970 und 1974 errichtet wurde, besteht aus einem massiven Betonbauwerk mit einem 100 Meter langen und 12 Meter breiten Trog, der von vier gewaltigen Seilen gehoben und gesenkt wird. Das gesamte System arbeitet nach dem Gegengewichtsprinzip, wodurch der Energieverbrauch minimal gehalten wird - ein Meisterwerk nachhaltiger Ingenieurskunst.

Besucher können das Schiffshebewerk nicht nur von außen bewundern, sondern auch hautnah erleben. Die Personenschifffahrt Wilcke bietet regelmäßige Fahrten mit dem Fahrgastschiff "Lüneburger Heide" an, bei denen Gäste den spektakulären Hebevorgang vom Wasser aus miterleben können. Diese einzigartige Perspektive vermittelt ein unvergessliches Gefühl für die Dimensionen und die technische Raffinesse des Bauwerks.

Jürgen Wilcke nimmt seine Gäste beim Anleger in niedersächsischen Artlenburg oder im schleswig-holsteinischen Lauenburg an Bord in Empfang und informiert sie auf der Fahrt über Elbe und Elbe-Seitenkanal über die Schiffe, die und begegnen und dann vor Ort über Lautsprecher auch über die komplexen technischen Abläufe und die historische Bedeutung des Schiffshebewerks.

Besonders beeindruckend ist der Moment, wenn sich der gewaltige Trog mit unserem Schiff sich in drei Minuten langsam 38 Meter in die Höhe bewegt und den Blick auf die umliegende Landschaft freigibt - ein Erlebnis, das Technikbegeisterte und Naturfreunde gleichermaßen fasziniert. Rund ein Drittel der deutschen Binnenschiffe sind Fahrgastschiffe wie die „Lüneburger Heide“.

Wir wollten es gerne noch etwas genauer wissen und haben uns nach der Fahrt nach oben, dem Wenden auf dem Kanal und der „Fahrstuhlfahrt“ nach unten im Unterhafen von Jürgen Wilcke und seiner Frau Birgit, die ebenfalls das Kapitänspatent hat, verabschiedet und uns dort mit Jörg Ahlfeld verabredet. Bei Ahlfeld landet man fast automatisch, wenn man sich für das Schiffshebewerk interessiert. Im maritimen Outfit wartet er am Kai.

Jörg, es herrscht das maritime „Du“, hat nach seinem Abitur selbst Erfahrungen in der Schifffahrt gesammelt und schaut besorgt auf den Markt der deutschen Binnenschifffahrt. Die blicke zwar auf eine jahrhundertealte Tradition zurück und spiele auch heute noch eine wichtige Rolle im Güterverkehr, doch trotz ihrer wirtschaftlichen Bedeutung stehe sie vor erheblichen Herausforderungen – allen voran dem akuten Mangel an Nachwuchskräften.

Der Elbe-Seitenkanal von oben

(c) Michael Ritter

Das Schiffshebewerk und die Binnenschifffahrt

Das Schiffshebewerk Scharnebeck von Süden

(c) Michael Ritter

Schon im Mittelalter transportierten Kaufleute ihre Waren auf Rhein, Elbe, Weser und anderen Flüssen. Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert gab es einen enormen Aufschwung. Der Bau des Mittellandkanals und anderer Wasserstraßen wie des Elbe-Seitenkanals verband die großen Flussgebiete miteinander und schuf ein zusammenhängendes Transportnetz.

Heute verfügt Deutschland über ein Wasserstraßennetz von etwa 7.300 Kilometern, auf denen Binnenschiffer jährlich rund 220 Millionen Tonnen Güter transportieren und sie damit nach dem Straßenverkehr zum zweitwichtigsten Verkehrsträger im Güterverkehr machen. Besonders bei Massengütern wie Kohle, Erz, Getreide, Mineralölprodukten und Containern spielt sie eine zentrale Rolle.

In den vergangenen Jahrzehnten durchlief die Branche einen tiefgreifenden Strukturwandel. Waren es früher meist kleine Familienunternehmen mit einzelnen Schiffen, sind es inzwischen zunehmend größere Reedereien mit modernen Flotten, die mit größeren, technisch ausgefeilteren und umweltfreundlicheren Schiffen unterwegs sind.

Dadurch veränderte sich die Anforderungen an die Besatzung grundlegend, denn die neuen schwimmenden Hightech-Arbeitsplätze verlangen neben nautischen Kenntnissen auch umfassendes technisches Verständnis und kaufmännisches Knowhow Die Digitalisierung schafft elektronische Navigationssysteme und automatisierte Ladevorgänge, die wir später an der Weser näher kennenlernen werden.

Heute liegt das Durchschnittsalter der Binnenschiffer – wie bei Jürgen und Birgit Wilcke - bei über 50 Jahren und wie diese planen auch viele andere erfahrene Kapitäne in den kommenden Jahren in Rente zu gehe. Doch die Branche tut sich schwer, junge Menschen für den Beruf zu begeistern. Das Durchschnittsalter der Binnenschiffer liegt bei über 50 Jahren, und viele erfahrene Kapitäne gehen in den kommenden Jahren in Rente. Gleichzeitig gelingt es der Branche nur schwer, junge Menschen für den Beruf zu begeistern. Ein wesentlicher Punkt dabei ist die geringe Bekanntheit des Berufsfeldes: Viele Jugendliche kennen den Beruf des Binnenschiffers gar nicht oder haben falsche Vorstellungen davon. Die Branche ist in der öffentlichen Wahrnehmung wenig präsent. Das würde Jörg Ahlfeld gerne ändern, denn eine Sehenswürdigkeit wie das Schiffshebewerk mit jährlich Hunderttausenden an Besuchern böte eine gute Gelegenheit, die jungen Besucher mit dem Berufsfeld des Binnenschiffers vertraut zu machen und für den Beruf zu gewinnen, denn der Personalmangel zeigt bereits spürbare Folgen.

Einige Reedereien müssen Fahrten absagen oder können ihre Kapazitäten nicht voll ausschöpfen. Die Transportkosten steigen, was die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Verkehrsträgern beeinträchtigt. Langfristig droht ein Kapazitätsengpass, der die volkswirtschaftlich wichtige Funktion der Binnenschifffahrt gefährden könnte.

Doch leider klappt Ahlfelds Plan nicht gut, denn obwohl Niedersachsen mit dem Schiffshebewerk ein technisches Meisterwerk erster Güte besitzt, investiert und unternimmt dessen Betreiber, das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Mittellandkanal / Elbe-Seitenkanal, eine beim Bundesverkehrsminister angesiedelte Unterbehörde der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, kurz WSV, selbst denkbar wenig, um das norddeutsche Highlight technikaffinen Besuchern auch nur ansatzweise zu präsentieren. Im Internet informiert ein veralteter Flyer mit seit Jahren überholten Informationen. Deshalb landet man bei der Suche auf Wikipedia meist auf der sehr offiziell wirkenden Website www.schiffshebewerk-scharbeck.de von Jörg Ahlfeld.

Wegen der genannten Probleme mit dem Amt hat Jörg es sich seit einigen Jahren zur Aufgabe gemacht, quasi als inoffizielle PR-Stelle Interessenten über das Schiffshebewerk zu informieren und zusammen mit ein paar Kollegen Besucher zu den Aussichtspunkten rund um die große Anlage zu führen. Aufs Betriebsgelände selbst braucht er dafür nicht, denn das Hebewerk wird weitgehend automatisiert geführt, und man kann den Betrieb der mit den Schiffen nach oben oder unten fahrenden Tröge auch von der überdachten Aussichtsplattform beobachten. Nur eines der beiden nebeneinander liegenden Hebewerke ist derzeit in Betrieb, da die Wartung mehrere Jahre beansprucht. Beim Besuch des kleinen Informationszentrums, das zum WSV gehört, spürt man die Spannungen. Die Mitarbeiterin ist wenig begeistert, dass Ahlfeld eine halbe Stunde vor Schließung noch Besucher vorbeibringt. Früher konnte Ahlfeld dort, wenn gerade keine Schiffe auf dem Elbe-Seitenkanal unterwegs waren, die Technik des Hebewerks am Modell präsentieren, doch nach einem Kurzschluss wurde dies nicht mehr repariert. Neben zu buchenden und mehreren offen angebotenen Führungen druckt Ahlfeld auch Broschüren, damit die rund halbe Million jährlicher Besucher mehr über das spannende Bauwerk erfährt.

Jörg Ahlfeld erklärt das Hebewerk

(c) Michael Ritter

Kulinarische Entdeckungen in Lüneburg

Maritim: Matjesfilets im Norden

(c) Michael Ritter

Nach dem Besuch des Schiffshebewerks lädt das nur gut 10 Kilometer entfernte historische Lüneburg zu kulinarischen Entdeckungen ein. Das Restaurant Mälzer Brau & Genuss in der pittoresken Altstadt verbindet traditionelle Braukultur mit moderner Gastronomie. Das stilvolle Ambiente in den historischen Mauern der ehemaligen Mälzerei schafft eine einzigartige Atmosphäre.

Die Küche setzt auf regionale Produkte und hausgebrautes Bier. Besonders empfehlenswert sind die deftigen Brauhausgerichte wie der Sauerbraten mit Rotkohl und Klößen oder die hausgemachte Bratwurst mit Sauerkraut. Die verschiedenen Biersorten werden direkt vor Ort gebraut und bieten die perfekte Begleitung zu den herzhaften Speisen.

Alter Kran Lüneburg

(c) ecx-Media Paul Vogt

Übernachten in Lüneburg: Hotel Bergström

Aber auch das "Marina Café" verwöhnt mit regionalen Spezialitäten der gehobenen norddeutschen Küche und Klassikern seine Gäste auf seiner Sommerterrasse - mit Blick auf die durch Lüneburg fließende Ilmenau und den 500 Jahre alten Wasserturm. Wer nicht aus dem Umland kommt, hat im angeschlossenen eleganten Hotel Bergström der Dormero-Kette die perfekte Basis für die Erkundung der Region. Das Vier-Sterne-Superior-Hotel ist in einem liebevoll restaurierten historischen Gebäude untergebracht und verbindet hanseatische Tradition mit modernem Komfort. Die 70 individuell gestalteten Zimmer und Suiten bieten höchsten Komfort und sind mit hochwertigen Materialien ausgestattet. Besonders reizvoll ist die zentrale Lage am Marktplatz, von wo aus alle Sehenswürdigkeiten Lüneburgs bequem zu Fuß erreichbar sind.

Schwebefähre Osten-Hemmoor

(c) Michael Ritter

Die Schwebefähre Osten-Hemmoor

Karl-Heinz Brinkmann, Fährmann und Krimiautor

Karl-Heinz Brinkmann

Rund zwei Stunden Autofahrt sind es von Lüneburg an die Oste im Cuxland, wo zwischen den Gemeinden Osten und Hemmoor ein wahres Juwel der Ingenieurskunst schwebt: die letzte funktionstüchtige Schwebefähre Deutschlands. Seit 1909 verbindet diese außergewöhnliche Konstruktion die beiden Ufer und gilt heute als technisches Denkmal von internationaler Bedeutung.

Karl-Heinz Brinkmann, der dem Förderverein, der sich um die heute museal fahrende Schwebefähre kümmert, vorsteht, bereitet an Bord schon alles für die erste Fährüberfahrt des Morgens vor und verweist uns bei der Frage nach einer Toilette mit seinem trockenen Humor auf einen Container am Wohnwagenstellplatz im Dorf. Der Gasthof habe bereits das Zeitliche gesegnet – wie einiges andere in der Region.

Der ehemalige Postler verkörpert auf einzigartige Weise die Verbindung zwischen literarischem Schaffen und ehrenamtlichem Engagement für die Bewahrung regionaler Kultur. Als "der Oestinger" hat sich der 61jährige auch als Autor einen Namen gemacht, sowohl durch seine spannungsreichen Kriminalromane als auch durch sein unermüdliches Wirken als Vorsitzender des Fördervereins der Schwebefähre Osten, das man, wie er korrigiert mit einem langen „o“ ausspricht.

Die windumtoste Landschaft Nordkehdingens, wo der stets kräftig wehende Wind der Nordsee das Leben prägt, formte nicht seinen Charakter, sondern auch seine literarische Stimme. In seinem vielseitigen Werk vereint er verschiedene Genres – von Fantasy bis hin zu packende Kriminalgeschichten. Besonders bekannt wurde er durch sein Werk "Die dunkle Seite des Paradieses", das bei Lesern und Kritikern gleichermaßen Anklang fand.

In seinen Kurzgeschichten und Krimis lässt er die Leser in die "düstere Welt des Krimilandes Kehdingen-Oste" eintauchen – eine idyllische Region, in der hinter der malerischen Fassade offenbar das Verbrechen lauert. Schon zehn Kurzkrimis führen die Leser durch eine Welt, in der die scheinbare Ruhe der norddeutschen Landschaft trügerisch ist, denn „hinter den Deichen, da liegen die Leichen“.

Zu unserem Glück widmet sich Brinkmann neben seinem belletristischen Schaffen auch intensiv der Dokumentation und Vermittlung der regionalen Geschichte. Sein ehrenamtliches Projekt "Historisches Osten" zeugt von einer tiefen Verbundenheit zu seiner Heimat und dem Bewusstsein für die Bedeutung des kulturellen Erbes. Darin verweist er auf alle Werke, die sich um die Ostener Geschichte und die des örtlichen Kirchspiels kümmert.

Als Vorsitzender der Fördergesellschaft zur Erhaltung der Schwebefähre Osten-Hemmoor e.V. trägt Brinkmann eine besondere Verantwortung für ein einzigartiges technisches Denkmal. Die Schwebefähre von 1909 ist nicht nur ein faszinierendes Zeugnis der Ingenieurskunst, sondern auch ein wichtiger Bestandteil der regionalen Identität. Der Verein, der 1975 von 47 Personen im inzwischen geschlossenen "Fährkrug" gegründet wurde, kümmert sich seither um den Erhalt und Betrieb dieser besonderen Attraktion. Unter Brinkmanns Führung präsentiert das kleine Museum „De FährStuv“ an der Deichstraße die faszinierende Technik der historischen Schwebefähre. Die Schwebefähre verbindet dabei nicht nur Osten und Hemmoor miteinander, sondern symbolisiert auch die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Karl-Heinz Brinkmann zeigt exemplarisch, wie sich literarisches Schaffen und kulturelles Engagement fruchtbar ergänzen können. Seine Arbeit ist ein Beispiel dafür, dass Regionalität nicht Begrenzung bedeutet, sondern die Basis für authentisches und bedeutsames Wirken sein kann. In einer Zeit, in der lokale Identitäten oft zu verschwinden drohen, setzt er wichtige Akzente für die Bewahrung und Weiterentwicklung regionaler Kultur.

Im Museum erklärt er das Funktionsprinzip der Schwebefähre, das so elegant wie effektiv ist: Eine Gondel hängt an Seilen von einer 80 Meter hohen Stahlkonstruktion und gleitet frei schwebend über das Wasser. Angetrieben von einem elektrischen Seilzugsystem, beförderte sie einst Fahrzeuge und Fußgänger in nur drei Minuten von einer Seite zur anderen.

Die Stahlkonstruktion mit ihrer charakteristischen Gitterstruktur ist ein Meisterwerk der damaligen Ingenieurskunst. Trotz ihres Alters von über 100 Jahren funktioniert die Anlage noch immer zuverlässig und befördert heute nach der Außerbetriebsstellung und der Gründung eines Fördervereins vor rund 50 Jahren als Museumsfahrt täglich Hunderte von Gästen mit ihren Rädern – Autos müssen am Ufer stehen bleiben. Karl-Heinz Brinkmann, ein ehemaliger Postler, Die regelmäßige Wartung und liebevolle Pflege durch ein spezialisiertes Team des betreuenden Vereins gewährleisten den Erhalt dieses einzigartigen technischen Erbes.

Besucher können die Schwebefähre nicht nur nutzen, sondern auch bei geführten Besichtigungen die technischen Details erkunden. Besonders faszinierend ist der Blick in das Maschinenhaus, wo die ursprünglichen Antriebskomponenten aus dem frühen 20. Jahrhundert noch heute ihren Dienst verrichten.

Schwebefähre auf großer Fahrt

(c) Michael Ritter

Kulinarische Tradition: Altes Amtsgericht

Das Restaurant Altes Amtsgericht in Osten, nur wenige Minuten von der Schwebefähre entfernt, bietet regionale Köstlichkeiten, Hausmannskost und internationale Klassiker in historischem Ambiente. Das traditionelle Gasthaus ist bekannt für seine herzliche Atmosphäre und authentische norddeutsche Küche.

Die Speisekarte wird mit Liebe zum Detail zusammengestellt und bietet eine gelungene Mischung aus regionalen Spezialitäten und bewährten Klassikern. Besonders empfehlenswert sind die Gerichte mit frischen Zutaten aus der Region, die die maritime Tradition der Niederelbe widerspiegeln. Das Restaurant hat sich einen ausgezeichneten Ruf für seine gemütliche Atmosphäre und den persönlichen Service erworben.

Stade Fischmqarkt

(c) STADE Marketing und Tourismus GmbH/ Martin Elsen

Landhotel Zur Burg Stade

Etwa 15 Kilometer von der Schwebefähre entfernt liegt das Landhotel Zur Burg Stade, ein elegantes Vier-Sterne-Haus in historischem Ambiente der historischen Hansestadt Stade. Das Hotel ist in einem liebevoll restaurierten Fachwerkensemble untergebracht und verbindet mittelalterlichen Charme mit modernem Komfort.

Die 45 Zimmer und Suiten sind individuell eingerichtet und bieten allen modernen Komfort. Besonders reizvoll ist die Lage am Rande der Stader Altstadt, die zu Spaziergängen durch das historische Stadtzentrum einlädt. Das hoteleigene Restaurant "Burgstube" serviert gehobene norddeutsche Küche in elegantem Ambiente.

Die Weser und die Ladeanlagen

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Seehafen Brake - Giganten aus Stahl und Beton

Die Weser und die Hafenanlagen in Brake

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Nach der Hin- und Rückreise mit der Schwebefähre machen wir uns auf den Weg zu einem weiteren Ziel im Cuxland: dem Moorsee von Bad Bederkesa im Geestland. Die Geschichte des Ortes reicht wie die Geschichte von Osten und Stade weit in die Geschichte zurück. Eine Burg wurde im 11. Jahrhundert errichtet, die noch heute die bedeutendste Sehenswürdigkeit der Stadt ist. Als Moorheilbad lockt der kleine Ort Thermalgäste, die im Dobbendeel Restaurant am Ufer erstklassige Fisch- und Fleischgerichte serviert bekommen. Eine Spezialität ist der Schmorbraten oder das Ragout vom Wiegersener Wasserbüffel. Im Ort lädt das schöne 4-Sterne-Romantikhotel Bösehof Ruhe und Entspannung suchende Gäste.

Von Bad Bederkesa ist man rasch an der Wesermündung und vorbei an Bremerhaven geht es auf der Autobahn und dann durch den Wesertunnel zum Seehafen Brake an der Unterweser. präsentiert sich als imposantes Beispiel moderner Hafentechnik und Logistik. Besondere Berühmtheit erlangte der Hafen durch seine monumentalen Getreidesilos, die zu dem höchsten Europa gehören und das Stadtbild von Brake weithin sichtbar prägen.

Verantwortlich dafür ist das Familienunternehmen J. Müller, dessen Namensgeber, Johann Müller es vor mehr als 200 Jahren gründete und dessen Nachfahren es inzwischen in sechster Generation zu einem der großen hochspezialisierten Hafendienstleister der deutschen Seehäfen ausbauten. Vieles in dem riesigen Betrieb des Umschlags von Stück- und Schüttgut in Brake und Bremen wurde automatisiert und die rund 5,7 Mio. Tonnen können heute von 550 Mitarbeitern bewältigt werden. Futtermittel machen mit gut 2,5 Mio. Tonnen den Hauptteil aus und als wir über das Gelände fahren erzählt unser Führer Kevin, der sonst im Betrieb die großen Maschinen fährt von den proteinhaltigen Goa- oder Flügelbohnen aus Asien, die geschrotet in den Containern und Silos auf dem Gelände lagern. Die rund 350.000 Tonnen Kaffee gehen, wie sollte es anders sein, traditionell in Deutschlands Kaffeehochburg Bremen von Bord.

Holzstapel

(c) CC0 Pixabay/analogicus

Die Sache mit dem Holz

Deutschland ist nach Kanada der wichtigste Exporteur von Bauholz in die USA – mit weitem Abstand. Dort sind 90 Prozent der Häuser aus Holz und jährlich benötigen die Häuslebauer dort rund 120 Millionen Kubikmeter Bauholz. Rund 25 Prozent davon lieferte Kanada, Deutschland gut 2 Prozent. Waldbrände und Käfer verknappen die heimische Produktion in den USA, weshalb von Trumps Zollstreit mit den Nachbarn in Kanada nach Verlusten in den Vorjahren durch die schlechte Baukonjunktur bei uns viele deutsche Waldbesitzer und Sägewerke profitieren. Auf dem Weltmarkt steigen die Holzpreise und jede Menge Fichtenholz aus Deutschland und Österreich steht schon für den Weitertransport – nicht nur in die USA - bereit.

Es ist viel Betrieb im Hafen. Ein Schüttgutschiff aus Panama liegt gerade am Kai. Das Wetter ist gut, die Luken sind weit geöffnet und J. Müller hat seine Radlader in den Bauch des Schiffs gehoben, wo sie aus allen Ecken die Sojabohnen zu den gewaltigen Ansaugrohren schiebt, damit diese über Unterdruck in die Silos befördert werden. Es ist Europas größte zusammenhängende Siloanlage und kann täglich 20.000 Tonnen Agrargüter löschen. Über moderne Selbstbedienungsanlagen können Kunden diese rund um die Uhr abrufen.

Besonders eindrucksvoll ist das vor gut zehn Jahren fertiggestellte Silo 6 mit seinen 38 Silozellen. Auf 380 Pfählen erbaut erhebt es sich 80 Meter in die Höhe. Die computergesteuerte Verladetechnik ermöglicht es, Schiffe mit bis zu 50.000 Tonnen Getreide in kürzester Zeit zu beladen.

Die technischen Anlagen des Hafens umfassen hochmoderne Kran- und Förderanlagen, vollautomatische Sortier- und Mischanlagen sowie ein ausgeklügeltes Qualitätskontrollsystem. Besucher können bei geführten Touren die beeindruckenden Dimensionen der Anlage erleben und einen Einblick in die komplexen logistischen Prozesse eines modernen Seehafens gewinnen.

Besonders spektakulär ist die Aussicht vom Dach des Silo 6 aus fast 85 Metern Höhe auf die gesamte Hafenanlage, die Elbe mit der der darin liegenden Insel Harrier Sand, eine der größten Flussinseln Europas und nach Norden zur Wesermündung bei Bremerhaven und zum südöstlich gelegenen Bremen. Besucherplattform in 45 Metern Höhe, von der aus man einen atemberaubenden Blick über die Weser und das umgebende Marschland genießt. Die Führungen vermitteln nicht nur technisches Wissen, sondern auch Einblicke in die wirtschaftliche Bedeutung des Hafens für die Region und die internationale Handelsverflechtung.

Leckerbissen: Scholle mit Krabben

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Maritime Küche: Restaurant Café Weserlust

Das Restaurant Café Weserlust liegt direkt am schönen Ufer der Weser und bietet einen herrlichen Blick auf den Fluss. Die gemütliche Einrichtung und die Weserterrasse in den Sommermonaten schaffen eine entspannte maritime Atmosphäre, die perfekt zur Lage am Hafen passt.

Die Küche des Weserlust konzentriert sich auf regionale und saisonale Speisen direkt aus der Umgebung. Das Restaurant ist bekannt für seine gutbürgerliche Küche und frische Fischspezialitäten von der Nordsee. Besonders empfehlenswert sind die täglich frischen Fanggerichte und die traditionellen norddeutschen Spezialitäten, die mit Blick auf die vorbeifahrenden Schiffe genossen werden können.

Gebratener Aal

(c) Michael Ritter

Weserhotel Brake

Das Weserhotel Brake, nur 500 Meter vom Hafen entfernt, ist die erste Adresse für Geschäfts- und Urlaubsreisende. Das moderne Vier-Sterne-Hotel bietet 68 komfortable Zimmer mit Blick auf die Weser oder das historische Stadtzentrum von Brake.

Die Ausstattung des Hotels lässt keine Wünsche offen: klimatisierte Zimmer, kostenloses WLAN, ein modernes Fitnesscenter und eine Sauna sorgen für entspannte Aufenthalte. Das hoteleigene Restaurant "Weserterrasse" serviert internationale und regionale Spezialitäten mit Blick auf den Fluss.

Schiffsneubau Disney Destiny

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Papenburg - Wo Kreuzfahrtträume geboren werden

Bereit zur Fahrt ans Meer Disney Destiny

(c) Michael Ritter

Rund 90 Minuten ist man von Brake an der Weser nach Papenburg an der Ems am nordwestlichen Rand Deutschlands auf dem Weg. Dort ist die Meyer Werft weit über die Grenzen Niedersachsens hinaus bekannt als eine der weltweit führenden Werften für Kreuzfahrtschiffe. Seit 1795 werden hier Schiffe gebaut, doch der internationale Durchbruch gelang erst in den letzten Jahrzehnten mit mehr als 55 spektakulären Kreuzfahrtschiffen für die großen Reedereien. Als wir das Werftgelände erreichen liegt gerade die Disney Destiny vor der großen Werfthalle im Betriebshafen. Bestellt hatte Disney das Schiff bereits 2016. Es sollte größer sein als die Disney Dream, aber in etwas mehr als 1250 Kabinen ebenfalls mehr als 4100 Passagiere unterbringen. Noh im September soll das Schiff dann über die Ems ins niederländische Eemshaven manövriert werden, wo mit der Disney Adventure das größte Schiff des Company auf ein Treffen wartet. Die Besatzung trifft derzeit nach und nach ein und rund um das Besucherzentrum der Werft ist viel Betrieb, denn Papenburg hat kein Passagierterminal. Angetrieben wird das Schiff mit verflüssigtem Erdgas (LNG).

Das technische Herzstück der Werft ist die gigantische Baudockhalle, nebenan, eine der größten überdachten Produktionsstätten der Welt.

Mit einer Länge von 370 Metern, einer Breite von 101 Metern und einer Höhe von 60 Metern bietet sie Platz für die größten Kreuzfahrtschiffe. Die hochmoderne Ausstattung mit computergesteuerten Kränen und Fertigungsanlagen ermöglicht eine präzise und effiziente Produktion. Besonders faszinierend ist die Überführung der fertigen Schiffe zur Nordsee - ein logistisches Meisterwerk, das als "Ems-Überführung" weltweite Aufmerksamkeit erregt. Da die Ems für die großen Schiffe zu schmal ist, wird der Fluss durch aufwendige Staumaßnahmen temporär verbreitert und vertieft. Diese spektakuläre Prozedur dauert mehrere Tage und zieht Tausende von Schaulustigen an.

Die Meyer Werft bietet regelmäßige Besichtigungen an, bei denen Besucher die verschiedenen Produktionsphasen eines Kreuzfahrtschiffs erleben können. Von der Stahlbearbeitung über den Innenausbau bis hin zur finalen Ausstattung gewähren die Rundgänge einzigartige Einblicke in den Bau schwimmender Hotels der Superlative.

Einblick in die Werfthalle

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Papenburg - Fischhaus Smutje & Restaurant Kuhr

Hotel Restaurant Kuhr in Papenburg

(c) Michael Ritter

Nach dem beeindruckenden Werftbesuch bietet Papenburg gleich zwei herausragende Restaurants für kulinarische Genüsse. Das Fischhaus Smutje hat sich als erste Adresse für frische Fischspezialitäten etabliert. Die maritime Einrichtung mit Blick auf die Ems schafft die perfekte Atmosphäre für ein Dinner nach dem Werftbesuch. Hier werden täglich frische Fischgerichte aus der Nordsee und regionale Spezialitäten serviert.

Als Alternative lockt das Restaurant Kuhr mit seiner modernen deutschen Küche und eleganten Atmosphäre. Das stilvolle Restaurant im Zentrum von Papenburg verbindet regionale Tradition mit zeitgenössischen kulinarischen Trends. Die saisonale Speisekarte bietet sowohl Fleisch- als auch Fischgerichte von höchster Qualität, begleitet von einer ausgewählten Weinkarte.

Brigg im Hauptkanal in Papenburg

Übernachten in Papenburg: Hotel Arkadenhaus

Das Hotel Arkadenhaus im Herzen von Papenburg bietet stilvolle Unterkünfte in historischem Ambiente. Das charmante Hotel ist in einem liebevoll restaurierten Gebäude untergebracht und verbindet traditionelle Architektur mit modernem Komfort. Die individuell gestalteten Zimmer sind geschmackvoll eingerichtet und bieten allen zeitgemäßen Komfort.

Besonders angenehm ist die zentrale Lage des Arkadenhauses gegenüber dem Rathaus. Die historische Innenstadt von Papenburg kann man bequem zu Fuß erreichen, für die Werft nimmt man besser den PKW. Das Hotel besticht durch seinen persönlichen Service und die authentische Atmosphäre einer traditionsreichen Fehnstadt. Das reichhaltige Frühstück mit regionalen Produkten sorgt für einen gelungenen Start in den Tag, bei dem man wieder Abschied nehmen kann von der Erkundungsreise zu einigen der sehenswerten technischen Meisterwerke Niedersachsens.

Es war eine faszinierende Reise durch verschiedene Epochen der Ingenieurskunst. Vom historischen Charme der Schwebefähre über die industrielle Kraft des Hafens Brake bis hin zur hochmodernen Schiffbaukunst der Meyer Werft - jedes der Bauwerke erzählt seine eigene Geschichte von menschlichem Erfindungsgeist und technischer Innovation.

Die gelungene Kombination aus technischen Erlebnissen und kultureller Vielfalt macht Niedersachsen zu einem einzigartigen Reiseziel für alle, die sich für Technik, Geschichte und Kultur interessieren. Die exzellente touristische Infrastruktur mit hochwertigen Hotels und Restaurants sorgt dafür, dass der Besuch zu einem rundum gelungenen Erlebnis wird. Und die Menschen, wie Jürgen Wilcke, Jörg Ahlfeld, Karl-Heinz Brinkmann, Siloführer Kevin und der früher für den Bau der bis zu 60 Blöcke zuständige Alfons Sinnigen von der Meyer Werft, die man mit ihren Geschichten dabei kennenlernt, sind wirklich eine Reise wert.

Die von ihnen präsentierten Meisterwerke der Technik sind dadurch nicht nur stumme Zeugen vergangener Ingenieurskunst, sondern werden zu lebendigen Beispiele dafür, wie menschlicher Erfindungsreichtum auch heute noch Berge versetzen - oder im Fall von Jörg Ahlfeld - Schiffe heben kann.

© Michael Ritter

Matjesteller bei Kuhr

(c) Michael Ritter

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