Man kann in Frankfurt auch für teures Geld einen Reinfall erleben, selbst wenn man Adressen wählt, deren Inhaber eigentlich für erstklassige Qualität stehen sollten. Dies erlebte kürzlich eine unserer Autorinnen bei einem Besuch im Frankfurter Burbank.
Nicht nur in Berlin gilt The Duc Ngo als Meister der asiatischen Küche. 1979 kam er mit seinen Eltern auf der Flucht aus Vietnam als 5-jähriger nach Berlin, wo er sich später neben der Japanologie an der Uni auch für die japanische Küche interessierte. Durch Jobs in diversen Restaurants eignete er sich die notwendigen Fertigkeiten an und eröffnete schon mit 24 Jahren in Berlin sein erstes Restaurant. Neben weitere Lokalen in der Hauptstadt kamen seit 2013 durch die Freundschaft mit Micky Rosen und Alex Urseanu von der Gekko Group weitere Lokalen in Frankfurt – wie das Moriki – Berlin und Baden-Baden dazu. In Frankfurt ist das Burbank als Californian Eatery seit 2020 das Hausrestaurant des Roomers.
Man kommt am besten an der Hotelrezeption vorbei ins Restaurant. Der direkte Eingang von der Straße war bei unserem Besuch geschlossen. Am Eingang des großen grau dominierten Restaurant begrüßt den Gast eine auf Eis drapierte Auswahl an frischen Fischen der Seafood Bar. Im Innenhof wartet eine große Terrasse auf Besucher.
Die Speisekarte ähnelt der des Moriki, ist aber gastronomisch stärker auf die Pacific Rim-Küche ausgerichtet mit starkem mexikanischem Touch, wie den Seafood Toastatas. Sushi stehen nicht an erster Stelle, nur ein paar Sashimis. Man merkt das schnell, wenn man das Burbank Sushi Set bestellt, das auf der Karte als eines der Lunch Specials angepriesen wird. Eine Miso Suppe oder ein Salat, die im Moriki in Baden-Baden Teil des Lunch-Menüs sind, sucht man im Burbank vergeblich. Die servierten acht California Roll Salmon sind optisch alles andere als ein Genuss. |
Ungleichmäßig in der Dicke und Füllung, schlecht gerollt und mit schwarzem Sesam und rotem Tobiko ummantelt, machen eher den Eindruck, als ob sie dem Zubereiter – ich vermeide bewusst den Begriff Sushi Meister - aus der Hand gefallen sind. Zwar hat der Reis die richtige Konsistenz und ausreichende Säure und auch der Lachs ist ok, doch bei den sehr hohen Preisen des Restaurants sollte man damit rechnen dürfen, dass ein Profi am Werk ist. Vielleicht ist das auch der Grund für die geringe Auslastung des Lokals. Die drei Stück Salmon Sashimi waren gut geschnitten und frisch, aber bei den acht kleinen Ebi Avocado Maki versagte wieder die Fähigkeit des Kochs sie fachgemäß zu rollen. Ein sich schon auf den Stäbchen öffnendes Noriblatt macht wirklich keinen Spaß. Zumindest bei der Wahl des Wasabi muss man dem Restaurant hoch anrechnen, dass man auf Tubenware a la Eat Happy verzichtet und echten Kizami Wasabi reicht. Da eine der Speisen auf der Karte normalerweise auch zum Lunch nicht ausreicht, sollte man besser zwei oder drei der Gerichte ordern.
Aus der mexikanischen Küche hatte ich mich deshalb noch für die Tulum Ceviche entschieden. Zwar merkt man auch dort einen deutlichen Unterschied zur professionellen Präsentation auf Instagram & Co, doch geschmacklich war die fein geschnittene Dorade mit Mango, Mais, Radieschen, Zwiebel, Leche di Tigre und Koriander schließlich doch ein Abschluss mit angenehm fruchtiger Säure. Auf eine allgemeine Getränkekarte verzichtet man. Die Weinkarte ist umfangreich und gut sortiert bis zu den Topadressen, etwas 10 Weine bekommt man offen (8-14 €/O,1l), man vermisst aber offenen Champagner. Die hohen Getränkepreise orientieren sich am Niveau anderer 5-Sterne-Stadthotels.
(c) S. Stern |